Situation der Pygmäen

21. April 2021

Obwohl die Coronazahlen in Uganda zurückgehen, bleiben noch viele allgemeine Probleme in der Bevölkerung und bei den Pygmäen bestehen, wie:

1.Nahrungsmittelknappheit: Da die Pygmäenkinder als Internatsschüler in der Bishop School leben und dort versorgt werden, haben ihre Familien durch die Schließung der Schule große Probleme, genug Nahrungsmittel für sich und ihre Kinder zu beschaffen. Die Lebensmittelhilfen des MFB waren hier ein Segen und wir konnten viele Familien mit Maismehl und Bohnen versorgen. Viele Pygmäen haben nur sehr kleine Gärten und können dort – verglichen mit der Anzahl der davon zu versorgenden Personen – nur wenig ernten. Hunger war die Folge.

2. Frühe Ehen und ungewollte Schwangerschaften: Zwei der älteren Pygmäen-Schülerinnen sind schwanger geworden, denn die Eltern konnten nicht so gut auf sie aufpassen, wie es in der Schule der Fall ist. Vier weitere Mädchen wurden verheiratet. Eins der Mädchen wurde mit einem Nicht-Pygmäen (also einen Mann aus einem anderen Stamm) verheiratet. Dadurch gab es Streit und Gewalt zwischen den beiden Familien. Schließlich schaltete sich der Gemeinderat ein und befürwortete die Auflösung der Ehe, aber das Pygmäenmädchen hat jetzt ein vaterloses Kind, für das sich niemand verantwortlich fühlt.

3. Kinderarbeit: Besonders Jungen wurden ermuntert, von zu Hause wegzugehen und als Hirten bei anderen zu arbeiten. Es ist schwierig, diese Jungen wiederzufinden. So können zur Zeit 3 Pygmäenjungen nicht mehr gefunden werden. Ihre Familien sind auch keine Hilfe, denn sie sagen lediglich, dass die Jungen arbeiten gegangen sind, um sich selbst versorgen zu können.

4. Disziplinlosigkeit: Wegen der Schulregeln verhalten sich die Kinder in der Schule diszipliniert, zu Hause jedoch nicht und haben ihr Verhalten sehr zum Nachteil geändert.

5. Hygiene und Sauberkeit: Viele Pygmäenkinder sehen den Sinn von Körperpflege nicht ein. Ihre Eltern erklären, dass die Kinder Seife und Vaseline in der Schule gestellt bekommen, sie sich das zu Hause für alle Familienmitglieder aber nicht leisten können.

 

Diese aufgezählten Punkte sind einige Beobachtungen von Fabith. Sie arbeitet im Büro der Diözese Kinkiizi und ist verantwortlich für die dortige Bishop School, in die die Pygmäen-Patenkinder gehen. Fabith berichtet erleichtert, dass sich kein Pygmäen-Patenkind oder Familienmitglied mit Corona infiziert hat bzw. erkrankt ist.
Sie berichtet weiter, dass die Corona-Impfungen in Uganda im März begonnen haben: zuerst werden die Menschen geimpft, die im Gesundheitsbereich arbeiten, sowie Lehrer, Sicherheitspersonal und Ältere ab 50 Jahren. Laut Bildungsministerium kann die Bishop School nun ab dem 6. April für die 4. und 5. Klassen öffnen. Auch die Mittelstufenklassen 1 und 3 können wieder Präsenzunterricht genießen. Am 30. März haben alle Schüler in der Abschlussklasse der Grundschule ihre Prüfungen abgelegt. Auch die Schüler der 4. Mittelstufenklasse konnten die Prüfungen zur Mittleren Reife ablegen.

 

In jedem Jahr zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel führt das MFB die Aktion „Brot statt Böller“ durch

 

Die Idee, die dahinter steht: Statt in Knaller und Feuerwerk zu investieren, wird mit dem eingesparten Geld ehemaligen Straßenkindern in Uganda geholfen.